Ernährung bei Neurodermitis

21. Februar 2018

Als Ernährungsfachkraft werde ich oft nach Ernährungsempfehlungen bei Neurodermitis gefragt. Denn viele Eltern vermuten hinter der Neurodermitis eine Nahrungsmittelallergie oder Unverträglichkeit gegenüber diversen Lebensmitteln. In Eigenregie werden dann nicht nur einzelne Nahrungsmittel weggelassen sondern sogar ganze Nahrungsmittelgruppen. Es ist nicht tragisch wenn man auf, sagen wir mal Kiwis verzichtet (es gibt ja noch genügend andere Obstsorten), aber wenn man auf die ganze Palette der Milchprodukte verzichtet, kann das schon problematisch werden.

Die Neurodermitis ist keine Lebensmittelallergie! Die Ernährung bei Neurodermitis sollte sich also in der Regel nicht von einer normalen kindlichen Ernährung unterscheiden. Auch möchte ich von sogenannten „Neurodermitisdiäten“ abraten, denn es gilt immer zu bedenken:

Je mehr Nahrungsmittel oder sogar Nahrungsmittelgruppen aus der Kost weggelassen werden, desto einseitiger ist die Ernährung und umso größer ist das Risiko für eine mangelhafte Nährstoff- und Energieversorgung. Außerdem kann ein stark eingeschränkter Speiseplan einen größeren Leidensdruck verursachen als die Krankheit selbst.

Richtig ist aber auch, dass ca. 30% der Kinder mit Neurodermitis zusätzlich eine Nahrungsmittelallergie aufweisen. Die häufigsten Nahrungsmittelallergene sind Hühnerei, Kuhmilch, Erdnuss, Nüsse, Soja, Weizen und Fisch. 90 % aller Kinder mit einer Nahrungsmittelallergie reagieren aber nur auf ein oder zwei Nahrungsmittel.

Leider ist der Weg zu einer guten und fundierten Allergiediagnostik nicht ganz einfach und oft zeitintensiv. Suchen Sie am besten eine Spezialambulanz (z.B. an der Kepler Uniklinik in Linz) oder einen Dermatologen auf. Auch gibt es hervorragende Elternschulungen rund ums Thema Neurodermitis bei Kindern (inkl. Ernährungsschulung), ebenfalls an der Kepler Uniklinik in Linz.

Wenn dann also gleichzeitig zur Neurodermitis eine Nahrungsmittelallergie vorliegt, muss ein Kompromiss zwischen einer vollwertigen Ernährung und der Vermeidung von Allergenen eingegangen werden. Es soll also ein adäquater Ersatz für das wegzulassende Nahrungsmittel gefunden werden. Daher gilt: so vollwertig wie möglich – so allergenarm wie nötig! Bei der Auswahl der richtigen Nahrungsmittel hilft Ihnen eine allergologisch geschulte Ernährungsfachkraft.